Filmtipps
Balkankomödie 18 Uhr Herrsching: Die Welt ist groß und Rettung lauert überall
Bulg/Slow/Ung 2008, 105 min., OmU, Regie: Stefan Komandarev, mit Miki Manojlovic, Carlo Ljubek
Bulgarien 1980: Die Obrigkeit verlangt von Alex´ Vater, den Großvater Bai Gan, einen Meister im Backgammon, zu bespitzeln. Daraufhin entscheidet sich die Familie, in den Westen zu emigrieren.
25 Jahre später liegt Alex nach einem schweren Autounfall, bei dem seine Eltern ums Leben gekommen sind, in einem deutschen Krankenhaus. Er ist apathisch und ohne Lebenswillen. Da bringt ihm Bai Gan aus dem fernen Bulgarien Backgammon bei. Bai Gan und sein Enkel machen sich auf einem Tandem auf den Weg zurück nach Bulgarien. Die Reise und das Spiel enthüllen Alex Stück für Stück seine Vergangenheit und entfachen seinen Lebenswillen aufs Neue.
Iranische Komödie Starnberg 22.15 Uhr: Song of sparrows
Avaze gonjesh-ka Iran 2008, 97 min., Regie: Majid Majidi, Kamera: Hossein Aghazi, mit Reza Naji,
Eine Komödie über den heutigen Iran. Karim arbeitet auf einer Straußenfarm und wird entlassen, als ein Strauß davonläuft. Er ist arbeitslos. In der nahen stadt findet er einen illegalen Job als Motorradkurier. Täglich fährt er in die Stadt und bringt bei der Rückkehr allerlei Trödel mit – alte Möbel, Autoersatzteile und Ähnliches. Durch seinen Kontakt mit den Stadtbewohnern und den dortigen Verhältnissen verändert sich Karims Persönlichkeit. Früher war Karim freundlich und großzügig, jetzt wird aus ihm ein habgieriger Mann. Reichtum ist das Einzige, was ihn noch interessiert. Eines Nachts aber bricht er sich den Fuß. Aufs Krankenlager geworfen,besinnt er sich wieder seiner Frau, seinen Kindern und den Nachbarn.
Balsam für die Seele: Starnberg 20 Uhr Zu Fuß nach Santiago de Compostela
Schweiz/Polen 2007, 95 min., Schnitt: Anja Bombelli, Darsteller: Roman Weishaupt
"Das Weggehen war ein grosser Schritt. Und am Ende habe ich erkannt, alles so zu nehmen, wie es kommt. Man muss mit offenen Augen empfangen." Roman Weishaupt
Balsam für die Seele: Roman Weishaupt will auf dem berühmten Jakobsweg 2300 Kilometer aus Graubünen bis nach Santiago de Compostela pilgern. Momente der Euphorie und der Genugtuung ebenso wie Hader und Zweifel reflektiert Roman in diesem bewegenden Film. Bruno Moll hat Roman auf den wichtigsten Etappen seiner Reise begleitet und Bilder geschaffen, die zum Schwelgen und zum Verweilen einladen. Dem Rhythmus des Wanderers folgend, feiert der Film die Wiederentdeckung der Langsamkeit in einer von Hektik geprägten Zeit.
Wettbewerb - mehrfach ausgezeichnet: Seefeld, 20.30 Uhr März
Ö 2008, 83 min., Buch und Regie: Händl Klaus, Kamera: Gerald Kerklet, mit Theodor Schuler, David Schrottner
Mit der letzten Nacht im Leben dreier der drei jungen Männer beginnt MÄRZ: Eine letzte Zigarette glimmt auf, bevor sie das von einem der Väter geliehene Auto mit Schlauch und Klebeband präparieren, den Motor starten - und einatmen. Drei Monate später. Die Menschen suchen nach Antworten, die nicht zu finden sind. Denn die drei Freunde gingen ohne Zeichen, ohne Grund, ohne Abschiedsworte aus einem Leben, das abgesichert schien und doch brüchig ist.
Was die drei Verstorbenen zu ihrem Schritt bewog, lässt sich eben nicht sagen. Und doch hallt alles im Dorf davon. Ein intensiver und überaus authentischer Film, der stets sehr dicht an seinen Charakteren bleibt.