Eremit am leeren Tisch. In der Bildwerkstatt des Zeichners und Malers Heinz Butz

1925 geboren zählt Heinz Butz zur Generation deutscher Künstler, die unmittelbar nach der Zeit des kunstfeindlichen Nationalsozialismus und belastet von traumatischsten Kriegserfahrungen einen künstlerischen Neubeginn suchen. Aus der Kriegsgefangenschaft schwer verwundet heimgekehrt wendet er sich bei der Naturforschenden Gesellschaft Augsburg zunächst einem präzisen Pflanzenstudium zu. Die Botanik führt ihn zu einem zeichnerischen Verfahren, das er zeitlebens als „Erkenntnisprozess“ betreibt. Hunderte von eng bezeichneten Skizzenbüchern geben Zeugnis einer täglichen Auseinandersetzung.
An der Kunstschule Augsburg und, daran anschließend, in einem zwölfsemestrigen Studium an der Münchner Akademie der Bildenden Künste eignet er sich grundlegendes Handwerkszeug an. Seine Lehrtätigkeit in Augsburg (1954-67) wie an der Münchner Kunstakademie (1967-91) hat wohl dazu beigetragen, dass auch sein eigenes künstlerisches Schaffen stets von einer reflektierten Haltung begleitet war.
In der bildnerischen Anverwandlung der Avantgarde des 20. Jahrhunderts entwickelt Heinz Butz nach und nach eine eigene Bildsprache, die im Laufe von über sieben Jahrzehnten zur Realisierung unterschiedlichster Werkgruppen führt, viele davon eher bescheiden und kleinformatig im Auftritt.
An der Münchner Akademie der Bildenden Künste lehrt er von 1967–91 und betreut u.a. den Aktsaal, wo er selbst zusammen mit den Studierenden leidenschaftlich das Aktzeichnen betreibt. Als Lehrer ist er vielen bekannt, sein künstlerisches Oeuvre wartet jedoch drei Jahrzehnte auf Entdeckung. Erst ab 1984 wird er von namhaften Galeristen einem Publikum präsentiert, das sich für unspektakuläre, aber authentische künstlerische Arbeiten interessiert.
Der Baseler Kunsthistoriker Gottfried Boehm sowie viele andere Wegbegleiter nehmen im Film Stellung zu Person und Oeuvre. Sie eröffnen dem Betrachter überraschende Zugänge sowohl zu einem wenig bekannten Künstler als auch zu einer Epoche der deutschen Nachkriegszeit in München, die bisher viel zu wenig Beachtung gefunden hat.
»Was wir sehen, ist visuelle Kammermusik. Man täusche sich nicht: Diese diskrete Haltung verfügt über ihr eigenes Selbstbewusstsein, und ihre Klarheit unterscheidet sich von vielem, was sie in der Öffentlichkeit übertönt«.
Gottfried Boehm

Breitwand Starnberg

SO 08.03.
18:00  
Eremit am leeren Tisch

DE 2019, 90 Min., FSK ab 12 Jahren
Regie:
Bernt Engelmann, Gisela Wunderlich
Drehbuch:
Bernt Engelmann, Gisela Wunderlich
Besetzung:
Prof. Dr. Gottfried Boehm, Basel, Franz Hitzler, München, Fred Jahn, München, u.v.a.
Kamera:
Bernt Engelmann, Gisela Wunderlich
Eremit am leeren Tisch

DE 2019, 90 Min., FSK ab 12 Jahren
Regie:
Bernt Engelmann, Gisela Wunderlich
Drehbuch:
Bernt Engelmann, Gisela Wunderlich
Besetzung:
Prof. Dr. Gottfried Boehm, Basel, Franz Hitzler, München, Fred Jahn, München, u.v.a.
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