Die Linie

Ihre Gewaltausbrüche haben Margaret, 35Jahre alt, ihre Beziehung gekostet. Sie zieht wieder zu ihrer Mutter Christina. Doch die labile, unreife 55-Jährige macht sie als älteste Tochter für das Scheitern ihrer Karriere als Konzertpianistin verantwortlich. Ein Streit der beiden eskaliert, und die wütende Margaret schlägt auf ihre Mutter ein. Die Justiz wird aktiv und die Dynamik in der Familie noch komplizierter: Aufgrund eines Kontaktverbots darf Margaret sich dem Haus ihrer Mutter nun nur noch auf 100 Meter nähern, was ihre Sehnsucht nach familiärer Nähe verstärkt. Täglich erscheint Margaret an der Bannkreisgrenze und gibt ihrer 12-jährigen Schwester Marion Musikstunden. In La ligne lotet Ursula Meier erneut eine ungewöhnliche Familienkonstellation aus und gibt dem Wort „Familienkreis“ auch eine topografische Dimension. Wie die beeindruckende Hauptdarstellerin aus diesem Kreis verbannt und der Mutter „entrissen“ wird, erinnert an das Trauma der Geburt. Kennzeichnend für den Film sind die Stimmungswechsel, mit denen er die Gefühlswelten der Protagonist*innen nachempfindet und dabei immer wieder ohne Vorwarnung zwischen Komödie und Tragödie hin- und herschaltet. Tonalität und Regiearbeit sind treffsicher und heftig wie ein Schlag ins Gesicht.

La ligne

CH 2022, 101 Min., FSK ab 12 Jahren
Regie:
Ursula Meier
Drehbuch:
Stéphanie Blanchoud, Ursula Meier, Antoine Jaccoud
Besetzung:
Stéphanie Blanchoud, Valeria Bruni Tedeschi, Elli Spagnolo, Dali Benssalah, India Hair, Benjamin Biolay, Eric Ruf, Thomas Wiesel, Jean-François Stévenin, Louis Gence
Kamera:
Agnès Godard
Filmographie:

2021 La ligne
2018 Ondes de choc – Journal de ma tête
2015 Kacey Mottet Klein, Naissance d’un acteur
2014 Silence Mujo; Segment des Episodenfilms „Les ponts de Sarajevo“
2012 L’enfant d’en haut
2008 Home
2002 Pas les flics, pas les noirs, pas les blancs
2001 Tous à table
2000 Autour de Pinget
1998 Des heures sans sommeil
1994 Le songe d’Isaac

Die französisch-schweizerische Filmemacherin studierte Film in Belgien. Sie begann ihre Karriere als Regisseurin mit erfolgreichen kurzen Spielfilmen und Dokumentarfilmen. Ihr Spielfilmdebüt Home hatte seine Premiere 2008 bei der Semaine de la Critique in Cannes, war 2009 für drei Césars nominiert und erhielt unter anderem den Schweizer Filmpreis für den besten Spielfilm. L’enfant d’en haut wurde auf der Berlinale 2012 mit dem Sonderpreis Silberner Bär ausgezeichnet. 2018 zeigte das Panorama den Film Journal de ma tête, Bestandteil der von Schweizer Nachrichtenberichten inspirierten Reihe Ondes de choc.
La ligne

CH 2022, 101 Min., FSK ab 12 Jahren
Regie:
Ursula Meier
Drehbuch:
Stéphanie Blanchoud, Ursula Meier, Antoine Jaccoud
Besetzung:
Stéphanie Blanchoud, Valeria Bruni Tedeschi, Elli Spagnolo, Dali Benssalah, India Hair, Benjamin Biolay, Eric Ruf, Thomas Wiesel, Jean-François Stévenin, Louis Gence
Kamera:
Agnès Godard
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