Hatixhe und Shaban bewirtschaften einen kleinen Hof im ländlichen Kosovo. Sie haben drei Töchter und leben in einer Großfamilie. Durch den Verrat des Bruders verlieren sie über Nacht ihre Existenzgrundlage. Es bleibt nur der Weg in die Hauptstadt. In Pristina nimmt Hatixhes wohlhabende Schwester die Familie auf. Was wie Hilfe aussieht, entpuppt sich als stille Demütigung.
"Alles hat seinen Platz, auch jeder Mensch", erklärt der reiche Schwager. Mag sein, aber um den zu finden, brauchen Hatixhe und Shaban erstmal einen Vorschuss — für die drückenden Schuhe der Tochter, für die Medikamente der Mutter, die sie sonst halbieren muss. Erst dann beginnt die Suche nach diesem Platz: im Nachtclub, den sie putzen und dafür kaum bezahlt werden; auf dem Arbeiterstrich, wo sich Shaban als Tagelöhner anbietet; in der Pflege des Schwiegervaters, der langsam vor sich hin stirbt. Leicht zu finden ist dieser Platz nicht. Vielleicht als Sicherheitsmann einer Gated Community?
VON SCHAM UND GELD zeigt, dass in einer Welt, in der Geld die Macht bestimmt, das Menschsein zum teuersten Gut wird.