Ayla - In Anwesenheit des Regisseurs Su Turhan

Fr 28.5. um 19:30 im Kino Breitwand Herrsching

Ayla - Moderne Romeo und Julia-Geschichte von Su Turhan

Ayla ist das Spielfilmdebüt von Regisseur Su Turhan aus dem Jahr 2009.

In München lebt die attraktive 25-jährige Ayla, die abseits und tief von ihrer türkischen Familie verletzt, ein selbst auferlegtes Doppelleben führt. Nur zu ihrer Schwester Hülya hat Ayla noch Kontakt. Tagsüber arbeitet sie als Erzieherin in einem Kindergarten, nachts jobbt sie als aufreizende Garderobiere in einem Club. Der liebevolle, warmherzige Umgang mit den Kindern steht im krassen Gegensatz zu ihrem mutigen, selbstlosen Auftreten, wenn Ayla Ungerechtigkeit wittert. Sich selbst aufreibend zwischen Single-Dasein und der Sehnsucht nach der Geborgenheit eines Zuhauses, verliebt sich Ayla leidenschaftlich ausgerechnet in den feinsinnigen Fotografen Ayhan.

Da weiß sie aber noch nicht, dass Ayhan genau den Teil ihrer gemeinsamen Kultur verkörpert, den sie ablehnt. Zeitgleich nimmt Ayla die Mutter eines ihrer Kindergartenkinder spontan bei sich auf, als diese sie in panischer Angst um Hilfe bittet. Hatice muss mit ihrer Tochter Elif vor ihrer streng muslimischen Familie fliehen, da sie sich von ihrem Ehemann scheiden lassen möchte. Durch einen Zufall muss Ayla schmerzhaft erfahren, dass der Mann, den sie liebt, der gefürchtete Bruder von Hatice ist. Ihre Zerrissenheit zwischen zwei Welten zu stehen, sich zwischen ihrer Liebe und ihrer Überzeugung entscheiden zu müssen, stürzen Ayla in ein Dilemma.

Im Blickpunkt des Films von Regisseurs Su Turhan stehen die türkischen Frauen und deren Art, mit ihrer Herkunft umzugehen. Die Frauen versuchen unterschiedlich stark, sich von ihren männlichen Familienmitgliedern zu emanzipieren. Ayla und Hatice sind Kämpferinnen. Sie setzen sich ein: für sich, für andere und für ihre Freiheit.




Su Turhan kommt in Istanbul zur Welt und wandert im Alter von zwei Jahren als Kind türkischer Gastarbeiter nach Deutschland ein. Nach dem Abitur studiert er Deutsche Literatur an der LMU München und schließt als Magister Artium ab.

1998 verwirklicht der filmische Autodidakt seinen ersten Kurzfilm “Der Schlüssel”. 2001 gelingt es ihm, Kameramann Michael Ballhaus für seinen weltweit ersten in HD für die Leinwand produzierten Kurzfilm “Gone Underground” zu gewinnen.